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Das Leid der Gallebären

19.10.2017

Auf Bärenfarmen in Vietnam leben Bären in Käfigen – und regelmäßig wird ihnen Galle entnommen

Etwa 900 Bären – hauptsächlich Asiatische Schwarzbären – leben auf rund 250 Bärenfarmen in Vietnam. Eine unfassbar hohe Zahl, wenn man bedenkt, dass die vietnamesische Regierung bereits im Jahr 2005 Maßnahmen gegen die grausame Haltung von Bären ergriffen hat, indem sie den Verkauf und Konsum von Bärengalle verboten hat. Wie die Recherchen von VIER PFOTEN in den vergangenen Jahren gezeigt haben, fristen die meisten dieser Bären ein trauriges Leben in winzigen Metallkäfigen. Das Schlimmste daran: Nach wie vor wird vielen von ihnen Bärengalle entnommen. 

Hinweis: Bei Ansicht dieses Videos eventuell auftauchende Werbeeinblendungen stehen in keinem Zusammenhang mit VIER PFOTEN. Wir übernehmen für diese Inhalte keinerlei Haftung.

Wie im Video ersichtlich, werden die Bären unter furchbaren Bedingungen erst betäubt, dann wird ihre Gallenblase per Ultraschall lokalisiert und mittels einer Nadel durch die Bauchdecke punktiert. Oftmals sind die Betäubungen unsachgemäß oder zu schwach. Für den Bären bedeutet dies unfassbare Schmerzen, die er im wachen Zustand über sich ergehen lassen muss. 

Nach dem Abzapfen der Gallenflüssigkeit infizieren sich die Wunden oftmals. Bären, denen regelmäßig Gallensaft entnommen wird, leiden unter schmerzhaften Abszessen, Blutvergiftung oder Leberkrebs. Zudem führt die Haltung der Bären in winzigen Käfigen zu massiven Verhaltensstörungen, die in schweren Fällen zu Selbstverstümmelungen führen können. VIER PFOTEN Experten haben mehrere Bärenfarmen besichtigt und viele grausame Fälle von Missbrauch dokumentiert.

Unser Kollege und Wildtierexperte, Thomas Pietsch, war selbst vor Ort: „Die Käfige sind extrem winzig, kaum größer als die Bären selbst und völlig reizarm. Den Bären fehlt es an allem. Sie sind krank und apathisch. Das ist extreme Tierquälerei.“ Die Tiere leben in Metallkäfigen, in denen selbst der Boden aus einem Gitter besteht. Sie haben keinerlei Möglichkeit sich hinzulegen, geschweige denn aufrecht zu stehen. Manche Käfige waren so klein, dass ein ausgewachsener Bär sich kaum um die eigene Achse drehen konnte.

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Die angebliche Kraft des Gallensaftes

Dem Gallensaft von Bären werden besonders wertvolle Wirkstoffe nachgesagt, die vor allem in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) für die Behandlung verschiedenster Erkrankungen Anwendung finden. So soll er etwa bei Augenkrankheiten, Hämatomen und Verdauungsstörungen Linderung verschaffen. Und obwohl das Abzapfen, der Verkauf und auch der Konsum von Bärengalle in Vietnam bereits 2005 durch die vietnamesische Regierung verboten wurde, wird Bärengalle nach wie vor hinter verschlossenen Türen gehandelt.

Synthetische Alternativen zur Bärengalle

Dabei gibt es bereits synthetische Alternativen zur Bärengalle, die im Labor hergestellt werden können. TCM-Experten zufolge werden der natürlichen Galle eines Bären aber besondere Kräfte nachgesagt, die man synthetisch nicht nachahmen kann. Besonders schockierend war für uns die Erkenntnis, dass die meisten der 1.300 Gallebären in Vietnam ursprünglich aus der Wildnis stammen – es sind Wildfänge, die das natürliche Leben in der freien Wildbahn gewöhnt sind und noch extremer unter den katastrophalen Haltungsbedingungen leiden. Man glaubt, dass deren Gallensaft wirkungsvoller wäre als jener von gezüchteten Bären. 

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